Kontakt halten ist keine Glückssache

Reifen sind bei vielen Reisemobilisten und Caravanern regelrechte Stiefkinder. Das ist fahrlässig, denn die Pneus übertragen schließlich alle Kräfte auf die Straße: Sie halten das Fahrzeug in der Spur (Lenk- und Seitenführungskräfte), sie setzen Motorkraft in Beschleunigung und Bremskraft in Verzögerung um. Das alles geschieht bei einem Reisemobil oder Pkw auf vier etwa postkartengroßen Flächen. Grund genug, dem Reifen etwas mehr Beachtung zu schenken. Im Alltag gehört dazu zunächst die regelmäßige Reifendruckkontrolle. Nicht nur bei Motorfahrzeugen, auch bei Caravans ist sie vor dem Antritt einer großen Fahrt unverzichtbar. Denn zu geringer Druck im Reifen bedeutet nicht nur erhöhten Verschleiß. Der Reifen wird regelrecht durchgewalkt und erhitzt sich über die Maßen, was im schlimmsten Fall dazu führen kann, dass sich die Lauffläche ablöst oder der Reifen platzt. Gemessen werden sollte der Luftdruck, wenn die Reifen noch kalt sind, also gleich nach dem Start an der nächsten Tankstelle.

Erhöhen Sie
den Druck

Ratsam ist es, den Reifendruck des Caravans (Wohnwagen) oder Reisemobils (Wohnmobil) vor dem Einmotten deutlich zu erhöhen. So bleibt der Reifen rund und erhält keine so genannten Standplatten, die später das Fahrzeug regelrecht holpern lassen. Eine Entlastung des Reifens durch Kurbelstützen oder Böcke unter dem Fahrzeug sind ebenfalls hilfreich. Keinesfalls sollte aber vergessen werden, den Luftdruck vor der ersten Fahrt wieder auf den vom Hersteller empfohlenen Wert abzusenken.

Darüber hinaus empfiehlt sich neben der regelmäßigen Fülldruckkontrolle auch immer wieder eine Sichtkontrolle. Beulen an der Seitenwand sind dabei ein ebenso großes Warnsignal wie eine verzogene Kontur. Dabei wird unter anderem die Profiltiefe überprüft. 1,6 Millimeter schreibt der Gesetzgeber als Minimum vor, doch sollte der verantwortungsbewusste Fahrer schon bei weniger als vier Millimetern einen Reifenwechsel einplanen. Ungleichmäßiger Verschleiß zeugt von Mängeln am Fahrwerk oder falschem Luftdruck. Ist der Druck zu hoch, nutzt sich die Reifenmitte überdurchschnittlich ab, ist der Druck zu niedrig, werden die beiden Flanken glatt. Reifen altern auch ohne Nutzung unter dem Einfluss von Licht (UV-Strahlen), Hitze und Sauerstoff. Offensichtlich wird das spätestens durch Risse an der Seitenwand. Im Grunde ist es bei Rissbildungen aber schon fünf nach zwölf. Der Reifen sollte schon früher gewechselt werden. Denn mit zunehmendem Alter verflüchtigen sich die Weichmacher, der Gummi verhärtet. Das führt nicht nur zu weniger Grip, auch die Verbindung von Lauffläche und Reifenunterbau wird angegriffen, was speziell bei hoher Belastung und Geschwindigkeit zur gefürchteten Laufflächenablösung führt.

Das Produktionsdatum zählt

Nicht ohne Grund wird für Caravans mit Tempo-100-Zulassung vorgeschrieben, dass die Reifen nicht älter als sechs Jahre sein dürfen. Nach Produktionsdatum wohlgemerkt, nicht nach Montage. Das Produktionsdatum ist auf der Reifenflanke am Ende der „DOT“-Markierung vermerkt (siehe unten). Da diese Markierung nur auf einer Flanke aufgedruckt ist, erscheint sie bei laufrichtungsgebundenen Reifen auch nur auf einer Fahrzeugseite.

Zahlreiche Tests haben gezeigt, dass die Ganzjahresreifen in der kalten Jahreszeit einem reinrassigen Winterreifen in jeder Hinsicht unterlegen sind, sei es bei der Traktion, der Seitenführung oder der Bremsleistung. Die beiden letzten Kriterien haben auch beim Caravan Bedeutung, weshalb gestandenen Wintercampern dringend empfohlen wird, Winterreifen auf Zugwagen und Caravan zu montieren.

Dieser Schriftzug trägt die technischen Daten des Reifens. 195 steht für die Reifenbreite 195 Millimeter, 65 für das Verhältnis von Reifenbreite zur Höhe der Seitenwand (in Prozent), R steht für die Bauart Radialreifen, 14 für den Felgendurchmesser (in Zoll), 89 ist der Tragfähigkeitsindex (hier 580 kg), der letzte Buchstabe ist der Geschwindigkeitsindex, in diesem Fall H (bis 210 km/h). Caravans brauchen mindestens die Bezeichnung J (bis 100 km/h), für die 100-km/h-Zulassung mindestens L (bis 120 km/h).

Die wichtigste Information der DOT-Nummer ist das Herstellungsdatum. Die letzten vier Ziffern (bei Reifen aus den 1990ern die letzten drei) nennen Produktionswoche und Jahr. In unserem Beispiel steht 0205 für die Kalenderwoche 2 im Jahr 2005.

Die maximale Tragfähigkeit ist an anderer Stelle nochmals vermerkt, dieses Mal im Klartext, nämlich 580 kg.

Reifendruck-
Kontrollsystem

Ausrüstungspflicht für Reisemobile seit 01.11.2014

Ca. 90 % aller Reisemobile sind von der ab dem 1. November 2014 geltenden Ausrüstungspflicht mit Reifendruckkontrollsystemen befreit!

Stützlast mit einer zweiten Zeile

Ausgleich schaffen!

Beim Caravan hat die Stützlast eine wichtige Bedeutung für die Fahrstabilität. Als Stützlast bezeichnet man die Kraft, mit der die Anhängerdeichsel auf die Kupplungskugel drückt.

Praxistipps

Mehr Infos zum Thema Praxis und Sicherheit erfahren Sie auf diesen Seiten. Unter anderem geht es ums Beladen, Fahrstabilität, Umweltzonen, Führerschein, Fahrsicherheit, Reinigung etc.