Sicherheit erfahren

Um den Urlaub mit dem Freizeitfahrzeug ganz entspannt zu gestalten, helfen spezielle Fahr- und Sicherheitstrainings.

„Das geht noch besser“, knarzt es aus dem Lautsprecher. Der Mann am anderen Ende des Funkgeräts stachelt den Lenker des Alkovenmobils an: „Seien Sie nicht so zaghaft. Steigen Sie voll rein.“ Der Mann ist Sicherheitstrainer des ADAC und fordert von seinem Trainingsgast den ultimativen „Bremsschlag“, so wie er ihn vorher in der Theorie erklärt hat. „Das Lenkrad festhalten, mit voller Kraft auf die Bremse treten und bei Schaltwagen gleichzeitig auf die Kupplung.“ So erziele der Reisemobilist den kürzestmöglichen Bremsweg.

Üben! Üben! Üben!

Erstaunlich ist es für die Teilnehmer, wie viel Bremsweg oft durch unentschlossenes Handeln verschenkt wird. Im Ernstfall ist aber genau das der Unterschied zwischen Schreck und Crash. Das kann man üben. Die Automobilclubs ADAC und ACE sowie zahlreiche Freizeitfahrzeughersteller haben Fahrsicherheitstrainings ins Leben gerufen, die sich speziell an Reisemobil- und Gespannfahrer richten. Sie finden in aller Regel in Fahrsicherheitszentren statt, von denen rund 30 über ganz Deutschland verteilt sind. Aber auch Verkehrsübungsplätze oder schlicht große Parkplätze bieten Möglichkeiten, das Fahrkönnen zu verbessern.

Je nach Anbieter wird mit einem gestellten oder dem eigenen Fahrzeug geübt. Auch scheinbar einfache Manöver wie Rückwärtsfahren und Rangieren wollen geübt sein, mit dem Reisemobil, aber noch viel mehr mit der Caravan-Kombination. Auf dem Trainingsplatz werden die Hindernisse mit Kunststoffhütchen markiert und dürfen ruhig auch mal touchiert oder umgeworfen werden. Im richtigen Leben dagegen hätte dieses Missgeschick eine unter Umständen teure Reparatur zur Folge. Beim Training haben Fahrer und Beifahrer auch die Möglichkeit, sich aufeinander einzuspielen. Richtiges Einweisen kann hier gefahrlos geübt werden, wobei die Trainer immer wieder mit nützlichen Praxistipps zur Stelle sind.

Vom richtigen Beladen über Kreisbahnen
bis hin zu Glatteis

Weil richtiges Beladen eines Freizeitfahrzeugs ein maßgeblicher Sicherheitsaspekt ist, spielt das Thema auch bei den meisten Fahrsicherheitstrainings in Theorie und Praxis eine wichtige Rolle. Im Mittelpunkt jedoch stehen bei allen Trainings die fahrpraktischen Übungen. Hier stehen Kreisbahnen mit unterschiedlichen Radien, Flächen mit unterschiedlich griffigem Untergrund, Gefällstrecken und lange Auslaufzonen zur Verfügung. Alle Übungssektionen lassen sich nach Bedarf bewässern, so dass die unterschiedlichsten Witterungssituationen simuliert werden können.

Eine Fahrt auf der Kreisbahn bringt auch dem routinierten Caravaner neue Einblicke. Hier setzt er sich zunächst mit dem Thema „Blickführung“ auseinander und merkt dabei, dass sein Gespann immer genau dort hinfährt, wo er hinschaut. Das ist bei den meisten anfangs ein ziemlicher Zickzackkurs, und es dauert einige Runden, bis die Kreisfahrt richtig rund wird. Dann lässt sich erfühlen, bis zu welchem Tempo das Gespann stabil bleibt, und was zu tun ist, wenn der Caravan (Wohnwagen) auszubrechen droht. Ziel aller Übungen ist es, das richtige Handlungsmuster für den Notfall einzuüben. Wer seine Grenzen und die seines Fahrzeugs kennt, fährt bewusster – und damit sicherer.

Extrablatt:
Fahrsicherheit

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