Die Geschichte des Caravanings

Erfahren Sie mehr über die geschichtlichen Hintergründe der mobilen Urlaubs- und Freizeitform Caravaning. Ob von den frühen Anfängen des Reisens im 19. Jahrhundert im sogenannten Reisewagen, über den Boom des Wirtschaftswunders in den Sechzigern bis hin zu immer mehr Komfort und Design jetzt und in naher Zukunft.

19. Jahrhundert

Die Ursprünge

Die Grundlage des Caravans waren sogenannte Reisewagen. Schon in der Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden diese luxuriösen, anfangs noch von Pferden gezogenen Gefährte, die vor allem in Großbritannien genutzt wurden. Zum wirklichen „Car“avan wurden diese Wagen dann mit der Einführung des Automobils. Schon im Jahr 1908 entstand so auf der Insel ein erster Caravan-Club.

1930

Geburtsstunde des Caravanings in Deutschland

Nach Deutschland kam das Pendant des Reisewagens dank einer Erfindung von Arist Dethleffs (* 1908; † 14. Februar 1996) im Jahr 1931. Er nannte sein Gefährt „Wohnauto“ und erfüllte damit den Wunsch seiner Verlobten, der Malerin Fridel Edelmann, die mit ihm ungebunden reisen und malen wollte. Dass Dethleffs damit den Grundstein für eine Industrie legte, die ein Dreivierteljahrhundert später mehr als 5,7 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr verzeichnet, wird er damals kaum für möglich gehalten haben.

1935

Von der Romantik zum Erfolgsmodell

Das Wohnauto wurde zum Hochzeitsgeschenk. Die Frischvermählten bereisten damit die Republik und sorgten für so viel Aufsehen, dass schon bald zahlreiche Bestellungen bei dem Erfinder eingingen. Dethleffs verlegte sich auf die serielle Produktion seines mittlerweile modifizierten Wohnautos und gründete das Unternehmen Dethleffs. Unter diesem Markennamen entstehen bis heute Reisemobile und Wohnwagen. Es waren Tüftler wie Arist Dethleffs, die in den frühen 1930er-Jahren die Geschichte des Caravanings in Deutschland begründeten.

1955

Eine Urlaubsform nimmt Fahrt auf

Nach dem Zweiten Weltkrieg kamen in den 1950er-Jahren weitere namhafte Hersteller wie Hymer, Tabbert, Eura und Frankia hinzu. Sie erweiterten das Spektrum an Fahrzeugtypen und waren so Wegbereiter der modernen Fahrzeugvielfalt.

1965

Die Früchte des Wirtschaftwunders

Der erste große Boom in Deutschland entstand in den 60er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Man entdeckte Europa auf neuen, individuellen Wegen. In einer Zeit, in der sich nur wenige Menschen das Fliegen leisten konnten und Reisen von langer Hand über ein Reisebüro geplant werden mussten, waren die mobilen Unterkünfte eine traumhaft flexible Urlaubsform. Bis in die 1970er-Jahre steigerte die Caravan-Industrie ihre Produktion und erreichte im Jahr 1977 die Höchstmarke von 89.022 produzierten Caravans.

1975

Wie Reise mobil wurde

Als er gerade seine volle Blüte erreicht hatte, bekam der Caravan Konkurrenz aus eigenem Hause: mit dem Reisemobil. Es entsprang ebenfalls dem Gedanken der größtmöglichen Unabhängigkeit, variierte aber das Thema: Während der Caravan inzwischen auch als bewegliches Ferienhaus auf Campingplätzen genutzt wurde, rückte das Reisemobil das Herumreisen von Ort zu Ort wieder in den Mittelpunkt.

1985

Deutschland wird reisemobil

Eine breite Akzeptanz in der Bevölkerung erreichten die Reisemobile in den 1980er-Jahren. Waren 1969 lediglich 4.839 Reisemobile in Deutschland zugelassen, so waren es 15 Jahre später bereits 127.966 Fahrzeuge. Die Tendenz: nach wie vor steigend.

1995

Die Evolution der Unabhängigkeit

Selbstverständlich entwickelten sich Caravans und Reisemobile kontinuierlich weiter. Aus den praktischen und eher schmucklosen Wohnwagen der 1950er wurden Freizeitfahrzeuge, die den zeitgemäßen Anforderungen an innovatives Design, moderne Sicherheitstechnik und ökologischer Effizienz genügen. Die Fahrzeuge wurden zum Ausdruck der Persönlichkeit ihrer Besitzer: Lieberhaberstücke, Traumverwirklicher, Spiegel von Kindheitserinnerungen, Familienmomenten und Reiseerlebnissen. In den Caravans und Reisemobilen zeigte sich die fast schon persönlich-liebevolle Beziehung der Halter zu ihrem Fahrzeug. Denn Caravans geben uns die Möglichkeit, unsere individuellen Ziele zu verfolgen, das Leben spontan zu genießen und Momente unvergesslich zu machen.

2005

Trend zu Individualität und Ungebundenheit


Durch sein hohes Maß an Freiheit entspricht Caravaning dem wachsenden Bedürfnis nach Individualität. Denn immer mehr Menschen wenden sich von genormten Reiseformen wie Pauschal- oder Cluburlauben ab. Stattdessen möchte man auf eigenen Wegen die Welt entdecken. Und das ist natürlich umso besser, wenn man dabei auf nichts verzichten muss. Deshalb sind auch viele Caravaning-Fans heutzutage Überzeugungstäter, die ein Hobby gefunden haben, dessen Vorzüge nicht in Euro und Cent aufgerechnet werden. Ein Hobby, mit dem sie alle Freiheit der Welt komfortabel genießen können.

2012

Caravaning der Gegenwart

Wer heute den CARAVAN SALON in Düsseldorf besucht, die weltweit größte Messe für Caravans und Reisemobile geht, wird feststellen, dass unter den ca. 2.000 ausgestellten Fahrzeugen für jeden Anspruch, Geldbeutel und Sonderwunsch ein Fahrzeug zu finden ist. So verwirklicht Caravaning mehr als je zuvor den Traum von individueller Freiheit und grenzenlosem Erleben. Der Bestand an Freizeitfahrzeugen in Deutschland wird heute auf rund 900.000 Caravans und Reisemobile geschätzt. Und auch wenn sich die Nutzung von Caravans und Reisemobilen tendenziell unterscheiden mag, dienen beide letztlich demselben Ziel: der Verwirklichung eines grenzenlosen Urlaubserlebens.

2020

Caravaning auf dem Weg in die Zukunft

Das Caravaning der Zukunft wird in seinen Möglichkeiten noch grenzenloser sein. Schon jetzt entstehen ausgereifte Fahrzeuge für extremes Terrain oder Luxuswohnwagen, die es in Sachen Ausstattung mit jeder Yacht aufnehmen können. Doch auch genau entgegengesetzte Technologien entstehen: wie Mini-Wohnwagen, die bei ausgereifter Funktionalität geringes Gewicht und außerordentliche Belastbarkeit verbinden. Immer im Fokus steht dabei die Nachhaltigkeit dieser Entwicklungen. Mit „Green Caravaning“ setzen die Hersteller schon heute die entscheidenden Impulse, damit Caravaner auch in Zukunft bestens unterwegs sind.

Nostalgie - Retro

Liebevoll restaurierte Einzelstücke verkörpern Stilikonen ihrer Zeit.


Erwin-Hymer-Museum

Eine einzigartige und interessante Entdeckungstour durch Geschichte, Gegenwart und Zukunft des mobilen Reisens.

Camping-Oldie-Club

Hier kommen Sie als Liebhaber der Vergangenheit auf Ihre Kosten.