Ein Bulli beißt sich durch

VW-Bus T3 Westfalia Joker, Baujahr 1984

30 Jahre und noch kein Bisschen müde: Seit 2010 rollt ein betagter Bulli einmal um die Welt - durch bisher 25 Länder, über 100.000 Kilometer. Die Freiheit auf vier Rädern lässt sich auch ohne Allrad und Expeditions-Schnickschnack erfahren.

Ölwechsel und neue Bremsen – das war’s: Mehr ist nicht zu machen an Fabian Pickels 84er VW-Bus, auch nach vier Jahren Weltreise. Zugegeben, der erste Rost zeigt sich, und ein paar Beulen wecken Erinnerungen an Indien, ansonsten steht der Bulli unverwüstlich in der peruanischen Hauptstadt Lima. Weder die Termitenschwärme, die in Thailand über ihn hergefallen sind, sieht man ihm an, noch die ganzen Schulklassen, die in Nepal auf der Rückbank herumgeturnt haben.  
Der kultige Camper hat seit der Erstzulassung nicht nur 30 Jahre und unzählige Europa-Urlaube auf dem Buckel, sondern auch eine Reise durch alle Klimazonen und Höhenlagen, durch Kulturen und Kontinente: In zwei Jahren ging es auf dem Landweg nach Malaysia. Von Indonesien segelte der betagte Bus dann nach Südamerika. Hier kreuzen nun seit zwei Jahren Lamas und Gauchos seinen holprigen Weg.

 

Weder mehr als 5000 Meter hohe Pässe noch schlechter Sprit noch hunderte platt gedrückte Nasen an der Scheibe bringen ihn aus der Ruhe. Auch endlose Buckelpisten stressen den T3 weniger als seinen durchgerüttelten Fahrer. 
Bei Spaß und Strapazen ist der VW-Bus mehr als nur ein Fahrzeug: Ob sich vor der Schiebetür ein grandioses Himalaya-Panorama auftut oder ein trostloser Truck Stop – gut gewartet und solide eingerichtet ist er das wohl flexibelste Zuhause der Welt. Auch die Stellplatzsuche ist entsprechend einfach: Mitten in der Stadt oder mitten in der Prärie – nur zwei von vielen Optionen.
Ein wenig mehr Bodenfreiheit hätte sicher manchmal den Spaten ersetzt, ein Allradantrieb wäre allerdings nie von entscheidendem Vorteil gewesen. Abgesehen von Verschleißteilen hat die Technik bis dato kaum Probleme bereitet. Elektronik kennt der Bus ohnehin nicht – und was nicht drin ist, das kann auch nicht kaputt gehen: ein beruhigendes Gefühl. Viele Mechaniker finden sich schnell zurecht: Der Boxermotor ist zwar nicht gerade für seine Langlebigkeit berühmt, aber vom Käfer fast weltweit bekannt.

Impressionen der Reise


www.fabianpickel.de

Fabian Pickel

Als freier Journalist und Weltenbummler bereist Fabian Pickel seit Dezember 2010 in einem 30 Jahre alten VW T3 Westfalia Joker die Welt.

25 Länder, 100.000 Kilometer ... und die Reise geht weiter.

Alle Stationen im GPS (Echtzeit)-Tracking, viele beeindruckende Bilder und Videos sowie weitere Informationen zur Route und weitere Pläne, Land und Leute und Fahrzeug:

www.fabianpickel.de

Für die große Fahrt muss es also nicht unbedingt ein rallyetauglicher Monstertruck sein – es geht auch bescheidener. Ein fitter, kompakter Camper lässt sich fahren wie ein Pkw, bewohnen wie ein Wohnwagen und ist dabei in Sachen Verbrauch, Ersatzteile und vor allem Verschiffung günstiger als ein großer Expeditionspanzer. Die Reise um die Erde im eigenen Auto bleibt so oder so ein Abenteuer.  


Fotos und Videos finden sie auf www.fabianpickel.de.