Solaranlage

Solarmodule wandeln auftreffendes Tageslicht in elektrische Energie. Diese gewonnene elektrische Energie wird zu einem Regler geleitet, der sie schließlich an die Bordbatterie weiter gibt. Soll heißen: die Solaranlage übernimmt die Ladetätigkeit der Bordbatterie. Nicht mehr und auch nicht weniger. Ist die Ladekapazität der Bordbatterie erreicht, stoppt die Regeleinheit die Stromzufuhr. Ein Überladen ist ausgeschlossen. Zudem verhindert der Regler, dass Strom zurückfließen kann und sich der Akku so entlädt.
Die Leistungsfähigkeit einer Solaranlage hängt in erster Linie von der Bestrahlungsdauer der Solarzellen ab. Ein Sommertag mit bis zu 16 Sonnenstunden entlockt einem Modul von 60 Watt (W) zwischen 20 und 25 Amperestunden (Ah). Bei zwei 60 W-Modulen hat man in diesem Idealfall schon bis zu 50 Ah gewonnen.
Die Leistung einer Solaranlage sollte darauf ausgelegt sein, die Bordbatterie an einem Tag voll aufzuladen. Wichtige Faktoren zur Bestimmung der passenden Solaranlagenleistung sind die Batteriekapazität und der eigene Stromverbrauch.
Im Durchschnitt liegt der Verbrauch bei ca. 20 Ah elektrischer Ladung pro Tag. Folglich sollte die Solaranlage etwas auch an einem Herbst- oder Frühlingstag etwas mehr als diesen Wert leisten können. Nicht zu vernachlässigen ist die eigentliche Batteriekapazität. Diese sollte so groß wie möglich gewählt werden, bewährt haben sich zyklenfeste Akkus, denen ein ständiges Be- und Entladen nicht viel anhaben kann. Wer ganz viel Bordstrom benötigt, kann auch mehrere Batterien zusammen schalten.

Wer Sonnenenergie nutzen will, achtet selbstverständlich beim Abstellen seines Reisegefährts darauf, dass die Solarmodule auch Licht erhalten. Die Solar-Module beherbergen kristalline Zellen. Die Fachleute unterscheiden Monokristallin-, Polykristallin- und CIS-Zellen. Die beiden erstgenannten, quadratischen Typen bieten ein gutes Preis-Leistungsverhältnis. Die CIS-Zellen sind länglich geformt und haben in teilschattigen Bereichen deutliche Vorteile.
Standardmäßig bieten Solarmodule derzeit eine Leistung von rund 85 W. Natürlich gibt es auch stärkere Exemplare, die dann aber auch an Größe zunehmen. Die effektiv gewonnene Leistung ist etwas situationsabhängig, denn die Zellentemperatur beeinflusst die Stromausbeute. Durch Sonnenbestrahlung erwärmt sich das Modul und bei den gut isolierten Caravan- und Reisemobil-Dächern kann es zu einem Wärmestau kommen, was die Stromausbeute mindert. Deshalb ist der richtigen Montage der Module etwas Beachtung zu schenken. Eigens dafür konzipierte Rahmen gewährleisten auf den Fahrzeugdächern ordentliche Belüftung und Festigkeit im Fahrbetrieb. Diese Rahmen werden auf das Dach geklebt. Eine Sache, die der Fachmann erledigen sollte, denn auch das Strom führende Kabel muss durch das Chassis. Spätestens hier ist handwerkliche Sorgfalt ganz wichtig, um die Dichtheit des Daches zu erhalten.
Im Fahrzeuginneren werden der Solarregler und eine Ladekontrolleinheit montiert. Die Bordelektrik in vielen Reisemobilen ist schon auf die Nachrüstung einer Solaranlage vorbereitet, so dass nur die Solarmodule und der zum Fahrzeug passende Kabelsatz verlegt und angeklemmt werden müssen.
Die Erfahrung hat gezeigt, dass bewegliche Solarmodule gegenüber den fest installierten kaum Praxisvorteile bieten. Zwar würde das optimale Ausrichten der Module in Sachen Stromgewinnung etwas effizienter sein, aber wer will schon in seiner Freizeit ständig Solarplatten nach dem Sonnenstand ausrichten. Wem dies ein echtes Anliegen ist, kann auf GPS-gesteuerte, vollautomatische Justiereinheiten der Solarmodule zurückgreifen. Ein Sonderangebot ist dieses technische Gimmick allerdings nicht.
Die Vorteile von Solaranlagen: Die preiswerteste Art der Eigenstromversorgung; Kosten nur in der Anschaffung und Montage der Anlage; keine Betriebsstoffe und -kosten; absolut umweltfreundlich; wartungsarm, geräuschlos.



