Der Vorarlberg,
das westlichste Bundesland Österreichs, punktet mit zauberhaften Bergwelten, kulturellem Charme, tollen Pisten und vielen anderen Attraktionen - und hat schöne Plätze fürs Wintercamping.

Ein Traum für Winterurlauber
Der Arlberg ist ein Traumziel für Winterurlauber aus aller Welt, und die „vor dem Arlberg“ gelegene Region, also Vorarlberg, zählt zu den schönsten Regionen für zünftiges Camping im Schnee.
In Österreich gilt zwar generell, dass die Übernachtung im Fahrzeug nur zur „Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit“ gestattet ist. Tatsache ist aber: Es gibt in Vorarlberg fast keine ausgewiesenen Stellplätze, jedoch eine Vielzahl sehr guter Campingplätze, die oft auch eigene Bereiche für Reisemobile anbieten. Ideal für Wintersportler hier im äußersten Westen Österreichs ist zum Beispiel der Alpencamping Nenzing. Dort gibt’s eine Loipe direkt am Platz, geführte Skitouren und einen kostenlosen Shuttle zum Skilift. Es wäre grundverkehrt, Winterurlaub in Vorarlberg mit dem gebirgigen Montafon, dem sanfteren Bregenzerwald, Brandnertal, Lech und Zürs allein aufs Skifahren zu beschränken. Es gibt so viele andere Möglichkeiten, die Spaß machen. Wie wär’s zum Beispiel mit einer zünftigen Rodelpartie – von 42 Rodelbahnen können gleich 16 auch noch zu später Stunde befahren werden, dank Beleuchtung ein romantischer Spaß vorm kräftigen Abendessen im Reisemobil oder in einem der vielen hervorragenden Restaurants.![]()

Ganz andere Schlitten spielen im Brandnertal auf der Tschengla bei Bürserberg die Hauptrolle, unweit von Camping Seeberger nahe Bludenz gelegen. Während Langläufer und Schneeschuhwanderer auf tief verschneiten 1200 Meter Höhe ihre Kreise ziehen, freuen sich die 13 vierbeinigen Freunde des Husky-Toni schon mit lautem Geheul auf die nächste Tour. Sibirische und Eskimo-Huskys, Samojeden und Malamuten bilden ein kinderfreundliches „Multi-Kulti-Gespann“, in wildem Lauf jagen die kräftigen Tiere über das glänzende Weiß. Das Führen eines Hundeschlittens fordert dabei dem Neuling einiges ab: Gewichtsverlagerung und Rollertritt als Unterstützung bei Steilstücken.

Kinderleicht sei das, grinst Toni: „Meine Tochter ist schon mit vier Jahren gefahren.“ Also, dann nichts wie los. Auch die beiden Skigebiete des Brandnertals lassen Groß und Klein jubeln, sie zeichnen sich durch ihre familienfreundlichen Pisten aus. Seit Inbetriebnahme der neuen Palüdbahn mit tollem Panoramablick bei Brand hat die Region noch an Attraktivität gewonnen. Noch höher hinaus fährt die Glattjochbahn, bis aufden höchsten Punkt des Brandnertals bei 2000 Metern. Sportlich zu Tal geht es für Abfahrtsliebhaber auf der Palüdalpe oder über die „Kanonenrohr“-Buckelpiste durchs malerische Lorenzital. Nur rund 30 Kilometer über die Silvretta-Bundesstraße entfernt öffnet sich das weite Montafon. Was als u-förmiges, von Gletschern geebnetes Trogtal beginnt, wird nach zehn Kilometern zusehends zu einem von kantigen Berggipfeln umsäumten hochalpinen Zentrum. Morgens um sieben Uhr drängen an der Talstation zum Hochjoch in Schruns schon Dutzende ungeduldige Wintersportler in die Gondel. Die ersten Bergspitzen erröten sanft, manche werfen während der Auffahrt ihren Morgenschleier ab. An der letzten Liftstation, dem Kreuzjoch (2395 Meter), wird noch ein heißer Tee genossen – aber dann: zwölf Kilometer bergab, 1700 Höhenmeter, da kommt Freude auf.
Ein weiteres Freizeitvergnügen für Wintercamper ist das Tiefschnee-Erlebnis. Nirgendwo sonst wird dem Tourenskilauf so große Aufmerksamkeit gewidmet wie im Bregenzerwald. Der Campingplatz Au zum Beispiel liegt wunderbar zentral, ein Skibus bringt Wintersportler zu Bergbahnen wie Damüls und Saloberkopf. „Mit Tourenanfängern fahren wir auch gern auf den Diedamskopf“, verrät Tourguide Stefan Moosbrugger – die Bergbahn ist in wenigen Gehminuten vom Campingplatz aus erreicht. Während hier die Fahrt durch den Tiefschnee im Mittelpunkt steht, zählt bei anderen Skitouren besonders der Aufstieg. Möglichst frühmorgens geht es los, zum Beispiel von Damüls-Schwende etwa 700 Höhenmeter hoch auf den Klippern (2066 Meter). Eine Mühe, die mit traumhaften Tiefschneeschwüngen belohnt wird – und natürlich auch mit dem anschließenden Einkehrschwung, das ist ja sonnenklar.
Ski fahren im Pulverschnee mit tänzerischer Leichtigkeit erlernen hier auch die Teilnehmer von Michael Widmer-Willams „SKI-Projekt“. Im Sommer mit diversen Modern-Dance-Companies auf internationalen Bühnen unterwegs, trainiert der Bewegungspädagoge im Winter Körperwahrnehmung und Gleichgewichtsinn seiner Skischüler. Die leichten, von modernen Tanztechniken und -bewegungslehren entlehnten Aufwärmübungen werden fein auf die Alpinski- und Carving-Anforderungen zugeschnitten. Das Spiel mit der Schwerkraft gelingt dann auch auf der Piste mit geradezu träumerischer Sicherheit – ein alternativer, besonders schöner Zugang zum Skilaufen abseits von Trubel und elitärem Ambiente, der wunderbar zur Kulturlandschaft des Bregenzerwalds passt.
Gute Gegend für Gourmets

Vorarlberg erfreut sich der europaweit höchsten Dichte an Gourmettempeln. Dort werden meist regionale Produkte von Spitzenköchen veredelt. Traditionelle Küche wunderbar verfeinert gibt es zum Beispiel im „Rössle“ in Braz (www.roesslebraz.at). In Bezau konkurrieren gleich zwei Restaurants mit kulinarischen Highlights: das „Goldstück“ (www.hotel-gams.at) und die Stube „Irma“ (www.hotelpostbezau.com). Auch das Montafon verwöhnt Gourmets – Ausgefallenes gibt’s etwa im „Edel-Weiß“ in Schruns (www.loewen-hotel.com).
Schnaps - auf zum Gebet

Joe Egle: Sein Name ist ebenso untypisch wie seine Erscheinung und Lebensart als Pfarrer von Gaschurn im Montafon. Berühmt ist der Geistliche wegen der Kräuter, die er im Sommer sammelt. Dann duftet es unten im Pfarrhaus nach Tee, doch häufig veredelt Egle die gesammelten Beeren und Kräuter lieber zu seinen berühmten Schnäpsen. „Zugegeben, für einen Pfarrer ein ungewöhnliches Hobby“,
sagt er. In Kirchenkreisen wird der Gegner von Zölibat und Befürworter von Homosexualität und Verhütung sowieso kritisch beäugt. Rechenschaft für seine Ansichten schulde er nur einer höheren Instanz, sagt er – und spendet die Schnapserlöse an seinen einstigen Klassenkollegen, Brasiliens Armenbischof Erwin Kräutler.
Pistenzauber und Kultur
6 Tipps für Vorarlberg Verschneite Bergdörfer, feine Restaurants, moderne Theater, viel Platz zum Winterwandern, Skipisten für Anfänger und Profis, das alles bietet Vorarlberg. Wichtig: An fast allen Bergbahnstationen darf das Reisemobil tagsüber parken – Übernachtungen sind aber nur auf den schönen (folgenden) Campingplätzen erlaubt.
- Bregenz - Die am Bodensee gelegene Hauptstadt Vorarlbergs zählt gerade einmal 28 000 Einwohner. Dessen ungeachtet ist sie mit Seebühne und Festspielhaus ein ganzjähriges kulturelles Zentrum für die Region. Bregenz besticht auch durch moderne Theater, vom „Kosmos“ in einer ehemaligen Textilfabrik bis hin zum aufregenden „Kunsthaus“.
- Schoppernau ist einer der Hauptorte der 22 Dörfer im Bregenzerwald, die einst eine eigene „Wälderrepublik“ bildeten. Tradition und Moderne dieser eigenwilligen Gegend zeigen sich im aktuellen You-Tube-Hit „Vo Mello bis ge Schoppornou“ von HBMC. Die Region Bregenzerwald überzeugt auch kulinarisch, zum Beispiel mit der „Käsestraße“.
- Lech am Arlberg ist ein echter Skifahrertraum mit toller Gastronomie und bietet über den Winter zahllose Events: Vom „Spiel im Schnee“, einer Open-Air-Winteradaption der Bregenzer Oper, bis zum originellen Skirennen „Der Weiße Ring“. Nachteil: Der Flexenpass (1773 m) kann für Reisemobile im Winter zur Hürde werden.
- Schruns - Bis zur Silvretta zieht sich das Montafon. Schruns, einst Vorarlbergs erste Sommerfrische, ist „eher ein kokettes Städtchen als ein Dorf“, notierte Wintergast Ernest Hemingway anno 1926. Die Marktgemeinde ist mit dem Nachbarort Tschagguns zusammengewachsen, dessen Wallfahrtskirche aus dem 15. Jh. weithin sichtbar ist.
- Bludenz - In dieser Alpenstadt treffen gleich fünf Täler zusammen: Klostertal, Montafon, Brandnertal, Großes Walsertal und Walgau. Deshalb lädt man hier auch gern zur „Skisafari“ ein. Das Stadtbild wird vom Schloss Gayenhofen geprägt, und feine Nasen nehmen in der „Milkastadt“ stets einen Hauch von Schokoladenduft wahr.
- Brandnertal - Von Bludenz gelangt man auch im Winter gut über die Bürser Schlucht ins Brandnertal. Zu Füßen der matterhornähnlichen Zimba (2643 m) ist ein ausgesprochen familienfreundliches Urlaubsgebiet gewachsen. In der kantigen Bergwelt sorgt das Sonnenplateau Tschengla in 1200 Meter Höhe für einen schönen Kontrast.
INFOS - TIPPS - ADRESSEN
Hinweis: Das Übernachten außerhalb von Campingplätzen ist in Vorarlberg im Prinzip nicht gestattet, offizielle Reisemobilstellplätze fehlen. Die meisten Campingplätze bieten jedoch gesonderte Flächen für Reisemobile inklusive Mitnutzung der Einrichtungen an. Hier eine Auswahl.
Camping Seeberger:
Lang gestrecktes Wiesengelände mit Bergblick, teils terrassiert, mit Laub- und Nadelbäumen. Whirlpool, Sauna, moderne Sanitäranlagen.
Loipe und Skilift rund 5 km entfernt. Die Skigebiete des Arlbergs und des Brandnertals
liegen ebenfalls in der Nähe.
Standort: 6700 Bludenz,
Obdorfweg 9,
GPS 47°09’42”N, 9°49’00”O.
Tel. 00 43/5 55 26 25 12,
E-Mail Camping.seeberger@aon.at
Alpencamping Nenzing:
Hervorragender Terrassencampingplatz mit Blick auf das Alpenpanorama des Walgaus bis hin zum Arlberg.
Außen- und Innenpool und neuer, großzügiger Wellnessbereich, teils zur Gratisnutzung. Gemütliches Blockhüttenrestaurant.
Kostenloser Skibus-Service, eine Loipe direkt am Platz, der nächste Skilift ist 1,5 km entfernt.
Geführte Skitouren, Schneeschuh- und Winterwandern vom Platz aus.
Standort: 6710 Nenzing,
Garfrenga 1,
GPS 47°10’59”N, 09°40’57”O.
Tel. 00 43/55 25 62 49 10,
www.alpencamping.at
Camping Arlberg:
Speziell für Wintercamper konzipierter und gut ausgestatteter Platz in Tirol, etwa 30 km von Lech entfernt.
Skibus-Service, Loipe am Platzrand, zum Lift etwa 1 km.
Standort: 6574 Pettneu,
Haus Nr. 235c,
GPS 47°08’42”N, 10°20’16”O.
Tel. 00 43/54 48 22 26 60,
www.arlbergcamping.at
Camping Au: Einfacher Platz im
Bregenzerwald, bis zum Ortskern
von Au sind es 500 m. Die Bergbahn
am Diedamskopf ist acht
Gehminuten oder eine Skibus-
Haltestelle entfernt.
Standort: 6883 Au, Neudorf 356,
GPS 47°18’57”N, 09°59’55”O.
Tel. 00 43/55 15 23 31,
www.campingaustria.at
Restaurants
Edel-Weiß:
Die Kochkunst von Gustav Jantscher hat dem eleganten Restaurant im Löwen-Hotel bereits 2 Hauben und einen Stern beschert. Der Weinkeller ist sehr gut sortiert, die Preise fürs Dinner sind noch vertretbar.
6780 Schruns,
Silvrettastraße 8,
Tel. 00 43/55 56 71 41,
www.loewen-hotel.com
Valisera Hüsli:
Rustikale Skihütte in der Silvretta Nova an der Valisera-Bergstation mit leckerer Hausmannskost und Sonnenterrasse
– auch ohne Ski erreichbar.
6791 St. Gallenkirch-Gortipohl,
Tel. 00 43/5 55 76 30 04 03,
www.silvrettanova.com
Rössle:
Kreative Haubenküche bei Bludenz, die ganz lcker regionale Traditionsspeisen in exqeuisite
Gaumenfreuden verzaubert.
6751 Braz,
Arlbergstraße 67,
Tel. 00 43/55 52 28 10 50,
www.roesslebraz.at
Sehenswertes:
Kunsthaus Bregenz:
Zeitgenössische Kunst in außergewöhnlichem Bauwerk – das „KUB“ wurde vom Schweizer Architekten Peter Zumthor entworfen. Auf
1359 Quadratmeter Ausstellungsfläche zeigt es Malerei, Skulpturen oder Performances prägender Künstler von Roy Liechtenstein bis Candice Breitz.
6900 Bregenz,
Karl-Tizian-Platz,
Tel. 00 43/55 74 48 59 40,
www.kunsthaus-bregenz.at
Schattenburg Feldkirch:
Der ehemalige Sitz des Grafen von Montfort und Wahrzeichen der Stadt thront hoch über Feldkirchs Altstadt im Illtal. Im 12. Jh. erbaut,
diente er dank seiner Lage zur Sicherung von Stadt und Verkehr der Pässe. Ein Besuch in der Schlosswirtschaft lohnt.
6800 Feldkirch,
Burggasse 1,
Tel. 00 43/5 52 27 24 44,
www.feldkirch.at
Information:
Das Verkehrsamt Vorarlberg informiert über alle Regionen von Vorarlberg.
Gut sind auch die Websites der einzelnen Orte.
6850 Dornbirn,
Poststraße 11,
Tel. 00 43/5 57 23 77 03 30,
www.vorarlberg.travel


