WasserReich

Die Zahlen sprechen für sich. 1.270 Seen, 8.000 Flusskilometer, 60 Heilquellen, aus fast allen Wasserhähnen läuft reines Quellwasser. Kein Zweifel, Wasser ist ein Quell der Freude für Bewohner und Gäste von Kärnten. Und zieht auch Caravaning-Freunde ins südlichste Bundesland Österreichs.
Wasser ist ein Lebenselixir

Was für die Menschheit im allgemeinen gilt, gilt auch für die tourismusregion Kärnten im speziellen. Heilquellen, Flüsse und nicht weniger als 1.270 Seen ziehen Erholungssuchende an. das gilt auch für den Turnersee, wie Stefan Breznik berichtet, der seit 1988 gemeinsam mit Schwester und Schwager den Strandcamping Turnersee Breznik leitet: „Mein Vater kaufte dieses Gelände 1961, weil er feststellte, dass die Leute hier gerne zum schwimmen herkommen und auch bereit sind, etwas dafür zu bezahlen.“ Das Strandbad wurde 1964 zum Campingplatz ausgebaut, der heute rund zehn Hektar groß ist und zu den wichtigsten Beherbergungsbetrieben der Ttourismusregion Südkärnten zählt.
Eine Hauptattraktion

des Campingplatzes ist nach wie vor der See, der zu den wärmsten Europas gehört. „Schließlich zeichnet sich Kärnten durch überdurchschnittlich viele Sonnenstunden aus“, sagt die Touristikerin Sabrina Walcher und wirbt für ihre Heimat: „Kärnten hat eben nicht nur eine besonders reizvolle Landschaft, sondern auch das beste Klima, um allen Outdoor-Aktivitäten nach Herzenslust nachkommen zu können.“ Was Stefan Breznik zu der Feststellung führt: „da hat uns die Natur eine der schönsten Wellnessanlagen direkt vor die Tür gebaut.“ Einen etwas kuriosen Streichelzoo inklusive. Jeden Abend schwimmt ein Schwarm Karpfen zum hölzernen Badedeck am Turnersee, um sich von den Campinggästen mit Brotresten füttern zu lassen. „Manche Fische sind so zahm, dass sie einem buchstäblich aus der Hand fressen“, weiß Breznik. deshalb tauche auf der Speisekarte des Campingrestaurants auch kein Karpfen auf. Denn schon allein der Verdacht, hier würde eines der schwimmenden Kuscheltiere verspeist, würde Ärger mit den Gästen bringen.
Doch die Speisekarte

ist auch so abwechslungsreich genug und die Küche arbeitet auf dem Niveau eines gutbürgerlichen Restaurants. Schließlich hat man in der Familie Breznik Erfahrung mit der Gastronomie, die Familie betreibt bis heute neben dem Campingplatz auch das „Alte Brauhaus“ in der nahe gelegenen Kleinstadt Bleiburg. Dort betätigt sich Gerhard Primozic-Breznik seit 2007 als Brauer und erntet dafür von seinem Schwager Stefan Breznik großes Lob: „Ggerhard ist ein absoluter Perfektionist, dank seiner Leidenschaft wurde das alte Brauhaus zum Kärntner Bierlokal des Jahres 2009 gekürt.“ Ein selbstversuch im Campingrestaurant, wo das Breznik-Bier ebenfalls ausgeschenkt wird, ergibt, dass sowohl das Helle wie das Dunkle süfἀg und fein im Geschmack sind. Maßgeblich zur Qualität des Bieres trägt natürlich auch das Wasser bei. „Echtes Bergquellwasser“, wie Gerhard Primozic-Breznik betont, „Das hole ich regelmäßig frisch von der Petzen.“ Die Petzen ist eine der östlichen Ausläufer der Karawanken und Hausberg der Region Südkärnten, auf dem im Winter selbstverständlich Ski gefahren wird. Aber auch im Sommer läuft die Gondelbahn und bringt Gäste auf das Plateau Siebenhütten, das 1708 Meter über dem Meeresspiegel liegt. Gute Sicht vorausgesetzt, bietet sich hier ein wunderbarer Ausblick auf die Region Südkärnten. Am Fuße der Petzen zeigt sich das Jauntal, weit im Westen ragt der Großglockner auf, im Norden schieben sich die Tauern, Nockberge, Saualpe und Koralpe ins Blickfeld.
Der Urlauber kommt

aber nicht allein der guten Fernsicht wegen hier herauf. Das Plateau mit seinem Speichersee, der im Winter Munition für die Schneekanonen liefert, ist Startpunkt vieler Wanderungen. „Zwischen einer Stunde und sechs Stunden dauern die Touren“, weiß Alfred Pajancic, Chef der Petzenergbahnen. Konditionsstarke Wanderer besteigen auf einer längeren Tour die Feistritzerspitze (2.114 m) sowie den Kordeschkopf (2.126 m), die das Kalksteinmassiv überragen. Kletterfreunde wählen die rund dreistündige Tour über den gesicherten Walter Mory- Klettersteig. Kraxelkünstlern sei weiterhin die Tscheppaschlucht empfohlen. Die etwas einfachere und auch familientaugliche Variante ist der neue Waldseilpark, der 47 Möglichkeiten in verschiedenen Schwierigkeiten bietet, um von Baum zu Baum zu gelangen – in einem bis acht Metern über dem Waldboden. Abenteuerlustige, die über 16 Jahre alt sind und über gute Schwimmkenntnisse verfügen, kühlen sich an heißen Sommertagen in den Wasserfällen der Tscheppaschlucht beim Canyoning ab. Alle anderen wählen den gut gesicherten Steig über Wege, Stege und Brücken durch die 1,2 Kilometer lange Schlucht und genießen den Blick auf die reißenden Wassermassen, die sich zum Beispiel beim Tschaukofall 26 Meter in die Tiefe stürzen, an anderer Stelle deutlich weniger spektakulär nur gut zwei Meter. Dafür liegt der MiniWasserfall direkt am Weg und füllt mitgebrachte Trinkgefäße. Ein Höhepunkt im Wort sinne ist die Teufelsbrücke, eine Hängebrücke, die die Schlucht quert und sicher nichts für Menschen mit Höhenangst ist.
Ideales Basislager

für eine Exkursion durch die Tscheppaschlucht, Wanderungen auf saftige Almen und sanften Spaziergängen durch die Auen der Drau ist der Camping Roz im Rosental. Etwas ab vom Schuss und damit auch angenehm ruhig präsentiert sich die zehn Hektar große Anlage als Paradies für Kinder. Auf dem Spielplatz wartet das Piratenschiff von Captain Hook, um mit kleinen Piraten in See zu stechen, gleich daneben stehen Indianertipis und eine große Korbschaukel. Zugegeben, solche Dinge – auch ein Streichelzoo fehlt nicht – gibt es auch auf manch anderem campingplatz. Doch hier im Rosental findet sich auch etwas europaweit Einzigartiges: angewandte Physik auf dem Campingplatz. Was sich zunächst staubtrocken anhört, ist für Kinder der reine Spaß. So sind im Kinderwaschraum an verschiedenen stellen Ausschnitte eines Bildes der Comicafigtur „Spongebob“ aufgemalt. und es gibt ganz genau einen Punkt im Bad, von dem aus sich die verschiedenen Elemente zu einem Gesamtbild zusammenfügen. Kindgerecht liegt dieser Punkt in einer Augenhöhe von etwa einem Meter. Die Idee stammt vom Campingplatzinhaber Samu Kupper, der nicht nur Vater von drei Kindern ist, sondern auch promovierter Physiker. „Physik ist für mich Hobby und Beruf zugleich“, sagt Kupper. Deshalb habe er auch die „physikalischen Spielereien“ aufgebaut – insgesamt fünf Exponate, von denen vier neben dem Spielplatz stehen. „ Da zeigen wir Phänomene aus der Optik, der Mechanik und der mathematischen Physik, die unsere jungen Gäste staunen lassen und aus denen sie auch etwas lernen können.“ Sollte den Kindern danach der Kopf rauchen, schafft ein Sprung ins kühle Nass Linderung. Schließlich verfügt auch der Camping Rosental Roz über einen Badesee – aber das gehört ja in Kärnten gewissermaßen zum guten Ton.
Touristik-Tipps
Kärnten Information
Casinoplatz 1
A-9220 Velden
Telefon 00 43-463-3000
info@kaernten.at
www.kaernten.at
Tourismusregion Klopeiner See-Südkärnten
Schulstraße 10
A-9122 St. Kanzian
Telefon 00 43-4239-2222
info@klopeinersee.at
www.klopinersee.at
Carnica-Region Rosenta
Sponheimer Platz 1
A-9170 Ferlach
Telefon 00 43-4227-5119-0
info@carnica-rosental.at
www.carnica-rosental.at
BergwandDern und Skifahren auf der Petzen:
www.petzen.net
Waldseilpark Tscheppaschlucht
www.waldseilpark-tscheppaschlucht.at
Campingplätze
Strandcamping Turnersee BrezniK
A-9123 St. Primus,
Telefon 00 43-4239-2350
info[at]breznik.at
www.breznik.at
Rutar Lido FKK-See-Camping
Lido 1,
A-9141 Eberndorf,
Telefon 00 43-4236-22620
fkkurlaub[at]rutarlido.at
www.rutarlido.at
Camping Rosental Roz
Gotschuchen 34
A-9173 St. Margareten
Telefon 00 43-4226-8100
Camping.rosental[at]roz.at
www.roz.at
Text und Bilder: Caravaning Welt 2010



