Apulien: Schönheit im Süden des Südens

Apulien – diese recht unbekannte Region am äußersten südlichen Ende Italiens – ist überreich an landschaftlichen und kulturgeschichtlichen Schätzen. Ein idealer Ort für Strandurlauber und außerhalb der Hochsaison ein lohnendes Ziel für Kulturinteressierte.
Bis zum Mezzogiorno, dem Süden Italiens, sind es 1700 km. Apulien oder Puglia, wie die Italiener sagen, liegt zwischen den Meeren; denn es grenzt an die Adria und an das Ionische Meer.
Glasklares Wasser und feinkörniger Sandstrand, geschützt durch weiße Kalksteinklippen – das ist der Gargano, der Sporn des italienischen Stiefels, der zwar hauptsächlich für seine atemberaubenden Strände bekannt ist, aber auch ansonsten landschaftlich sehr reizvoll ist.
Durch das Innere des als Nationalpark geschützten Gebiets ziehen sich enge Bergstraßen. Bis auf 1000m steigt das Gebirge an. Daher ist es urwüchsig und unbebaut geblieben.
Insider Tipps

Castellana Grotte
Wer in der Gegend um Alberobello ist, sollte sich die Höhlen Castellana Grotte nicht entgehen lassen. Die zweistündige Führung durch die Tropfsteinhöhle bietet Einiges: unterirdische Bäche, riesige natürliche Gewölbe, enge kühle Tunnel, ab und zu Licht, das durch ein Loch in der Decke fällt und scheinwerferartig Stalagmiten und Stalagtiten effektvoll beleuchtet. Pullover mitnehmen! Le Isole Tremiti
Die Isole Tremiti gehören zum Nationalpark des Gargano.Von den fünf Inseln sind nur zwei das Jahr über bewohnt: Auf San Domino finden sich lichte Pinien- und Kiefernwälder, durch die es sich auf weichen Wanderwegen herrlich spazieren lässt. Ein paar kleine Buchten ermöglichen das Baden an der ansonsten felsigen Küste. Die Grotten mit bizarren Lichtspielen sind ein ideales Revier für Taucher und Schnorchler.
Die Nachbarinsel San Nicola ist eher karg und geprägt von steilem, schroffem Fels. Zwischen den Inseln pendeln regelmäßig Schnellboote. Von San Domino aus können Sie nach San Nicola übersetzen, um sich dort die eindrucksvollen Reste einer Klosteranlage aus dem 11. Jh. anzuschauen.
Camping Lido Salpi
Im Südosten der Gargano-Halbinsel liegt ein kleiner Campingplatz, der Lido Salpi: Statt zertrampeltem Rasen gibt es hier gepflegte Kiesflächen als Stellflächen. Auf 10.000 qm finden sich sanitäre Anlagen, eine Spielhalle und ein Kiosk. Die Wege zu Strom- und Wasserversorgung sind kurz.
In den Bergen lohnt sich besonders ein Besuch der Orte Monte Sant Angelo und San Giovanni Rotondo.
Monte Sant Angelo: Die Kirche in der Berghöhle

Besonders sehenswert ist im Ort die berühmte Wallfahrtskirche San Michele. Von außen sichtbar ist nur ihr außergewöhnlich schöner Glockenturm. Die Kirche selbst befindet sich in einer Höhle im Berg. Hier ist es angenehm kühl und die Verbindung von Höhle und katholisch-südländischem Pomp ist beeindruckend.
Achtung: Eingelassen wird man nur mit langen Hosen und Oberteilen mit Ärmeln - trotz der Hitze außerhalb der Kirche
San Giovanni Rotondo: Wo Padre Pio wohnte

Die kleine Stadt ist ein Wallfahrtsort in der Provinz Foggia. Ihr bekanntester Bürger war der weithin verehrte, mittlerweile heilig gesprochene Padre Pio. Immer noch pilgern täglich viele Gläubige zur Krypta der Kirche Santa Maria delle Grazie, um an seinem Grabmal zu beten und die von ihm bewohnte Zelle zu besichtigen.
Kurioses
Das Paradies am Sporn.
Noch vor 50 Jahren war der Gargano von der Außenwelt fast völlig isoliert. Seine touristische Entdeckung verdankt er einem einzigen Mann – Enrico Mattei: „Ma questo è il paradiso“. – Dies ist das Paradies! soll der Präsident der italienischen Ölfirma Eni bei seinem Besuch der Bucht von Pugnochiuso 1959 ausgerufen haben. Und ließ dort prompt ein Hotel errichten.!
Vieste: Italien, wie wir es lieben

Im Herbst ein ruhiger Ort, platzt es in den Sommermonaten förmlich aus den Nähten. Mit seinen langen Sandstränden, modernen Hotels und regelrechten Campingstädten ist es das touristische Zentrum der Gargano-Halbinsel. Dank der besonderen Lage – es liegt auf einem Felsdorn, der weit ins Meer hineinragt – weht ständig ein Lüftchen, sodass es auch für Windsurfer äußerst attraktiv ist. Immer wieder ragen wuchtige Kalksteinfelsen aus dem Meer. Der 26 Meter hohe Pizzomundo wurde zum Wahrzeichen der Stadt.
Die weiß geputzten Häuser seines Centro Storico drängen sich rund um die Kathedrale auf einem Felsdorn hoch über dem Meer. Die Treppenwege sind eng, die Häuser verwinkelt, Balkone und Bögen ragen in die Gassen. Wäsche flattert im Wind, Geranien blühen auf Brüstungen….
Am Abend fahren die Fischer hier noch ganz traditionell mit kleinen Booten aufs Meer hinaus, um ihre Netze auszuwerfen. Bootstouren starten von hier aus zu den zahlreichen Grotten in der Felsküste – leider nur in den Sommermonaten.
Der Sonnenuntergang gehört zum abendlichen Pflichtprogramm für Urlauber.
Zur Küste hin fällt das Gebirge in malerischen Steinklippen ab. Typisch: die im Meer stehenden Felstore. Dieser Abschnitt gilt als schönster Abschnitt der gesamten Adriaküste. Wichtig für Urlauber: An den weiten Sandsstränden reiht sich hier ein Campingplatz an den anderen.
Castel del Monte: noch heute geheimnisumwoben

Auf dem Weg ins südliche Apulien lohnt ein kleiner Umweg zum Castel del Monte, Teil des Unesco-Weltkulturerbes. Beim Anblick der geheimnisumwobenen Burg Kaiser Friedrichs des Zweiten wird schnell klar: Hier stand nicht
Verteidigung sondern Repräsentation im Vordergrund stand. Noch immer rätselt man über die Bedeutung der merkwürdigen geometrischen Anordnung des achteckigen Gemäuers mit acht Türmen.
Weiter geht es nach Süden, in die Stadt Alberobello.
Gut zu wissen

Beste Reisezeit
Mai und Juni, wenn der Mohn in den Olivenhainen rot leuchtet, und September und Oktober, wenn die Strände wieder leer sind, das Meer aber noch warm ist.
Warnung: Im Juli und August können die Temperaturen auf mehr als 40° C im Schatten klettern. Außerdem liegt im August ganz Italien am Strand, dann ist auch Apulien überfüllt. Il Primitivo: Apuliens feiner Erdiger
Aus Apulien stammt der samtig weiche Primitivo-Rotwein. Meist enthält er sehr viel Alkohol – 13 bis 15 Prozent. Sein Aroma erinnert an Zimt und dunkle Waldfrüchte Empfohlen wird er zu dunklem Fleisch oder kräftigen Käsesorten. Auch in Kalifonien wird dieser Wein angebaut. Dort ist er unter dem Namen Zinfandel bekannt.
Alberobello: Die Trulli-Stadt

Die Gegend um Alberobello und die Stadt selbst sind berühmt für ihre eigenartigen Trulli-Häuser. Sie werden ohne Mörtel aus Natursteinen rund geschichtet und strahlend weiß gestrichen. Mit ihren spitz zulaufenden Dächern wirken sie wie etwas zu groß geratene Zwergenhäuser.
Der Grund, warum diese Häuserform hier so verbreitet ist: eine raffinierte Idee von Girolamo II., Herzog von Acquaviva. Im 13. Jahrundert war es verboten, neue Ortschaften ohne Erlaubnis zu gründen. Und diese Erlaubnis kostete Geld. Nun siedelten sich aber um Alberobello herum immer mehr neue Siedler an. Girolamo machte ihnen allen zur Pflicht, bei der Bauweise der Trulli zu bleiben, denn diese waren ebenso schnell zu demontieren wie wieder aufzubauen. Und wenn sich eine kaiserliche Kontrollkommission ankündigte, wurden schnell die Dächer abgenommen. Den Geldeintreibern präsentierte man dann diese armselige Ansammlung von halben Wänden, die man kaum als neue Siedlung bezeichnen konnte. Und damit sparte Girolamo die Gründungsgebühren.
Camping dei Trulli:
Circa einen Kilometer vor der Stadt liegt der Camping dei Trulli mit 120 Stellplätzen, der ganzjährig geöffnet ist. Einen Kiosk oder gar Unterhaltungsprogramm gibt es hier nicht. Ideal für alle, die Ruhe suchen.
Der Platz ist eingebettet in die Hügellandschaft der südlichen Murgia und von einem rieseigen Pinienhain umgeben. Bis zum Meer sind es 18 km.
Wichtige Adressen
Camping Lido Salpi
S.S. delle Saline 159 Km 6,200 - 71043 Manfredonia (FG)
Telefon: ++39-0884-571160 oder ++39-349-7681817
Fax: ++39-0884-571842
www.Camping.it/puglia/lidosalpi
Camping dei Trulli
Via Castellana G. , Km 1,5
Telefon,Fax: 080-4323699-4322145
Mobile: ++39-320-1129648
70011 Alberobello (BA)
www.campingdeitrulli.it
Fremdenverkehrsverband ENIT
Kaiserstraße 65
60329 Frankfurt
Telefon: 069-237434
Prospektbestellung: 00800-00482542
www.enit.it



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