Geschichte, Kultur, Erlebnis, das alles findet sich am Rande der Fachwerkstraße. Von einem Wochenendtrip bis zum dreiwöchigen Urlaub ist hier alles drin. Reisemobilisten sind im südlichen Teil der Fachwerkstraße besonders willkommen.
Der jüngste Teil der deutschen Fachwerkstraße


Wir fangen klein an. Der Türstock ist so niedrig, dass selbst der 1,70 Meter kurze Schreiber unwillkürlich den Kopf einzieht. 37 Quadratmeter Wohnfläche sind auf die drei Etagen verteilt, die gerade die elementarsten Tätigkeiten zuließen: kochen, essen und schlafen. Heute wirkt das windschiefe Haus Kickelhain, das von 1922 bis 1957 von der Familie des Töpfers Georg Kickelhain bewohnt wurde, zunächst putzig wie ein Puppenhäuschen. Auf den zweiten Blick jedoch präsentiert sich das 1788 erbaute, wohl kleinste freistehende Fachwerkhaus Deutschlands als Zeuge des ärmlichen Lebens, das einfache Handwerker vom 18. bis ins frühe 20. Jahrhundert hinein geführt haben. Die Stadt Mosbach bietet einen idealen Einstieg in die baden-württembergische Teilstrecke der Deutschen Fachwerkstraße.
Die deutsche Fachwerkstraße besteht nun seit 15 Jahren, ist rund 3000 Kilometer lang und verzeichnet mehr als 100 Mitgliedsorte. Ihre neun Teilstrecken laufen durch sechs Bundesländer. Der jüngste Zweig der Fachwerkstraße ist die süddeutsche Teilstrecke, die in Mosbach startet und zunächst bis Bad Urach führt. Dann verzweigt sie sich, ein Ast führt in den Schwarzwald nach Haslach, der zweite in die Bodenseeregion nach Meersburg. So oder so, die Fachwerkstraße ist eine Reise wert. Das meint die Touristikerin Anette Hochmut, die von Bietigheim-Bisingen aus die Geschicke der Baden-Württemberg-Route lenkt: „Unser Ländle ist viel zu schön, um einfach auf der Autobahn durchzurauschen. Auf den Landstraßen und in den Städten kann man die landschaftliche Schönheit viel besser genießen.“ Damit trifft sie die Reisegewohnheiten vieler Reisemobiltouristen.



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