Wenn Sie diese Praxistipps beachten, können Sie eine Menge Ärger und Geld sparen
„Der Urlaub wäre so schön gewesen …“ Anlass für solche Aussagen ist meist ein Werkstatttermin, weil der Alkoven eingedrückt, eine Dachhaube abgerissen oder der Fahrradträger samt Rückwand verschoben sind. Mit Übung und etwas Umsicht lassen sich aber gerade solche Bagatellschäden relativ einfach vermeiden.
Maße beachten:
Das gilt für Reisemobilisten und Caravaner gleichermaßen. Zwar stehen Fahrzeugbreite, -länge und -höhe im Fahrzeugbrief. Doch können sich diese Maße durch Anbauten verändern. Deshalb sollten Sie vor der Fahrt die tatsächlichen Maße (incl. Satellitenantenne, Zusatzspiegel und Fahrradträger) nachmessen, auf einen großen Zettel schreiben und diesen ins Cockpit kleben. Unterwegs halten Sie im Zweifel an und beurteilen die Lage vor der Durchfahrt. Sicherheitshalber weist der Beifahrer in besonders engen Situationen ein. Das gilt in jedem Fall beim Rangieren, auch wenn das Fahrzeug eine Rückfahrkamera hat. Achtung auch vor Ästen, Verkehrsschildern und Felsüberhängen, die in die Fahrbahn hineinragen.
Richtig tanken:
Gerade im nichtdeutschsprachigen Ausland sind Benzin-, Super- und Dieselzapfsäulen nicht immer eindeutig auseinander zu halten. Speziell Reisemobilmieter sollten sich vor der Abfahrt zeigen lassen, wo Kraftstoff und wo Frischwasser eingefüllt wird. Diesel im Frischwassertank lässt den Wohnraum des Reisemobils nicht nur bestialisch stinken, sondern verursacht auch erheblichen Schaden. Meist muss danach die komplette Wasseranlage ausgetauscht werden, was einen Schaden von mehreren Tausend Euro verursacht. Und hier springt keine Versicherung ein.
Richtig ankuppeln:
Caravan (Wohnwagen) oder Lastanhänger müssen gewissenhaft mit dem Zugfahrzeug verbunden werden. Bei den heute sehr beliebten abnehmbaren Anhängerkupplungen sollte zunächst der feste Sitz des Kupplungshakens überprüft werden. Dann den Kupplungskopf auf der Kugel einrasten lassen. Die Schlingerbremse schließen und die Anhänger-Parkbremse lösen. Das Stützrad nicht nur hochkurbeln, sondern ganz hochziehen und mittels Klemmschraube fest sichern. Abreißseil am Zugfahrzeug befestigen und den 13- poligen Stecker in die Anhängersteckdose stecken und verriegeln. Das Kabel braucht Spiel, damit es in Kurven nicht gespannt wird oder gar abreißt, andererseits darf es nirgendwo schleifen.
Richtig losfahren:
Machen Sie vor der Abfahrt einen kurzen Rundgang ums Fahrzeug und klären Sie folgende Fragen: Sind alle Stützen hochgeklappt und die Treppe eingefahren? Sind die Gasflaschen zu? Sind alle Türen und Klappen (ab)geschlossen? Sind alle Fenster und Dachhauben des Wohnaufbaus geschlossen? Ist das Stromkabel abgehängt und eingepackt? Funktioniert die Beleuchtung? An der Tankstelle: Ist der Tankdeckel wieder richtig zu? Sind innen alle losen Gegenstände verstaut, Kühlschrank, Stauschränke und –klappen verriegelt? Alle Dachfenster, auch im Sanitärraum, müssen abgeschlossen werden. Auch die Sat-Antenne muss für die Fahrt heruntergeklappt werden.
Richtig Rangieren:
Rückwärtsfahren ist Übungssache, besonders mit dem Gespann. Deshalb sollten Einsteiger vor der ersten großen Fahrt üben (Fahrtrainings oder sonntags auf einem großen Supermarktparkplatz). Auch Profis fahren immer mit Einweiser. Wichtig sind hier eindeutig abgesprochene Zeichen und Signale. Der Einweiser sollte immer so stehen, dass er sowohl das Hindernis im Blick hat als auch für den Fahrer sichtbar bleibt. Im Zweifel: Anhalten und selbst schauen.
Ladung richtig sichern:
Das gilt ebenso für Gepäck in den Stauräumen wie außen am Fahrzeug angebrachte Ladungen wie etwa Fahrräder, Skier oder Surfbretter.
Richtig abstellen:
Caravan (Wohnwagen) oder Reisemobil (Wohnmobil) sollten auf dem Stellplatz immer mit der Feststellbremse gesichert werden. Auf abschüssigem Gelände empfehlen sich zusätzliche Keile.
Unsicheres Terrain meiden:
Bevor Sie auf einen unbekannten Stellplatz fahren, prüfen Sie den Untergrund. Wer auf matschigem oder sandigem Terrain stecken bleibt, bedarf oft fremder Hilfe. Die ist erstens nicht immer und überall verfügbar und zweitens vor allem oft teuer.



